Wirtschaft

Mediale Inszenierung
Das Geheimnis erfolgreicher Start-ups?

Der Wirtschaftsstandort Deutschland soll für Start-ups attraktiver werden. Mit einer eigens dafür anberaumten Initiative will die Bundesregierung jungen Existenzgründern Mut machen, sich ihr eigenes kleines Unternehmen aufzubauen. Durch die mediale Inszenierung geraten angehende Selbständige mit ihren Geschäftsideen ebenfalls in den Fokus. Formate wie „Die Höhle der Löwen“ werden von den Zuschauern mit enormer Spannung verfolgt, obwohl die große Mehrzahl der geplanten Deals nach aktuellen Presseberichten nicht zu Ende geführt wird. Doch was bringt es einem ambitionierten Gründer, sein Projekt medial zu inszenieren, wenn sich kein Investor findet?

Deshalb ziehen sich Investoren zurück

Etwa 70 Prozent der Projekte scheitern, weil Gründer und Investor am Ende nicht zueinander finden. Ein maßgeblicher Grund für das Scheitern ist offenbar die Verletzung von Patent-, Schutz-, Urheber- oder Markenrechten. Wird eine innovative Technologie vorgestellt, die nicht dem Start-up gehört, verstößt das womöglich gegen die bereits bestehenden Rechte Dritter. Auch eine Unterschätzung der Wettbewerber ist eine häufige Ursache. Sofern das Gründerteam von den Geldgebern als Risiko gesehen wird, weil die Vertreter eine brillante Geschäftsidee aller Voraussicht nach nicht umsetzen können, dürfte es ebenfalls nicht zur Finanzierung kommen. Und schließlich scheitert die Unterstützung vieler Start-ups daran, dass die oft unerfahrenen Gründer nicht bereit sind, den Investoren ein Mitspracherecht einzuräumen. Die Gründe für einen Rückzug potenter Geldgeber sind also vielfältig. Doch selbst wenn es nicht zur Finanzierung kommt, profitieren angehende Gründer von der Präsentation ihrer Geschäftsidee in den Medien.

Startups in den Medien sind schnell in aller Munde.

Konstruktive Kritik ist immer ein Volltreffer

Von der vielversprechenden Unternehmensidee bis zum ersten erfolgreich überstandenen Jahr der Geschäftsführung ist es ein weiter und meist steiniger Weg. Unzählige Herausforderungen stürzen auf den ambitionierten Gründer ein. Entscheidungen sind zu treffen, deren Tragweite kaum ein Einsteiger vollständig beurteilen kann. In Fernsehformaten wie „Die Höhe der Löwen“ stellen ambitionierte Gründer regelmäßig ihre Ideen vor, für deren Umsetzung sie händeringend einen Investor suchen. Kommt es dann aus unterschiedlichsten Gründen nicht zur weiteren Zusammenarbeit, steht die Frage nach dem Sinn der medialen Inszenierung im Raum. Ihre Bedeutung ist allerdings nicht zu unterschätzen.

Sehr häufig dient die durchaus konstruktive Kritik erfahrener Unternehmer als Anhaltspunkt dafür, die eigene Geschäftsidee und die persönliche Motivation für das Vorhaben nochmals zu hinterfragen. Daraus entstehen oft wertvolle Anregungen, wie man das eigene Profil noch schärfen oder eine vielversprechende Innovation attraktiver gestalten kann. Aspekte, die der motivierte Gründer bisher vielleicht vernachlässigt hat, lassen sich so noch gezielter in ein Konzept einbringen. Hinzu kommt, dass man durch den Auftritt in den Medien schon einmal für Aufmerksamkeit gesorgt hat. Die Teilnahme an einem beliebten TV-Format dient im weiteren Verlauf durchaus als Aushängeschild, mit dem sich ein Existenzgründer profilieren kann. Selbst vordergründig gescheiterte Start-ups wie Beli Luu mit einer Lackhierhilfe für die Fingernägel oder der Lieferservice Dinnery sehen Vorteile in ihrem Auftritt, obwohl es am Ende nicht zur Finanzierung des Projekts kam.

Diese Start-ups haben es geschafft

Man muss nicht unbedingt an die Stars der Start-up-Szene wie Zalando, Trivago, Check24 oder Limango denken, die im Geschäftsjahr 2015 einen Umsatz in dreistelliger Millionenhöhe ausweisen konnten. Die Start-up-Szene Berlin verfolgt derzeit mit Spannung die Entwicklung von Newcomern wie Caroobi, einem Vermittlungsmarktplatz für Autoreparaturen, Homebell als Vermittler von Handwerksdiensten, die solarisBank als erste Bankingplattform mit der Lizenz einer Vollbank oder Zeitgold als Anbieter von digitaler Unterstützung für die Buchhaltung kleiner und mittlerer Unternehmen. Es bleibt abzuwarten, ob diese vielversprechenden Projekte eine ähnlich rasante Entwicklung nehmen werden wie ihr großen Vorbilder.

Quellen:

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