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Jobsuche im Wandel:
Was Personaler heute wissen müssen

Frau auf Jobsuche begrüßt einen Mann

Bis vor wenigen Jahren durfte man sich als Bewerber glücklich schätzen, wenn man weniger als 50 Bewerbungen schrieb und eine Einladung zum Gespräch bekam. Bis zum erfolgreichen Vertragsabschluss konnte man sich problemlos bis zu 100 Mal bei diversen Firmen vorstellen. Heute hat sich die Situation grundlegend geändert. Bewerber haben aktuell die Wahl zwischen mehreren attraktiven Arbeitgebern. Doch was bedeutet das für die Unternehmen auf der Suche nach Arbeitskräften mit Potenzial?

Über 30 Prozent der Bewerber lehnen Verträge ab

Eine neue Studie der Online-Jobbörse Stepstone belegt, dass viele Kandidaten kurz vor dem Abschluss des Arbeitsvertrags abspringen und sich für die Konkurrenz entscheiden. Dabei nimmt Deutschland eine Spitzenposition ein. Über ein Drittel der befragten Bewerber entscheiden sich gegen ein Unternehmen, bei dem sie ein vielversprechendes Gespräch hatten. Manchem Personalchef treibt das die Schweißperlen auf die Stirn. Doch was können vor allem kleine und mittelständische Firmen besser machen? Die Erfolgsfaktoren lauten

  • Reaktionszeit
  • Authentizität
  • Gehalt
  • Perspektiven und
  • Flexibilität.

Über allem steht der Aufbau einer starken Arbeitgebermarke. Sie ist so etwas wie das Geheimrezept von Unternehmen, die sich vor Bewerbern nicht retten können.

Zeit schlägt Gehalt – für Arbeitgeber unvorstellbar

Die Stepstone-Studie brachte einige überraschende Ergebnisse ans Licht. Besonders auffallend dürfte die Aussage sein, dass viele potente Kandidaten unzufrieden mit der Dauer des Bewerbungsverfahrens sind – und deshalb bei einem Arbeitgeber anheuern, der seine Abläufe besser optimiert hat und schneller reagiert. In Zeiten eines manifesten Mangels an Fachkräften haben schon junge Bewerber auf Jobsuche die große Auswahl zwischen vielversprechenden Arbeitsplätzen. Lässt sich ein Unternehmen Zeit, bis es Kontakt zu einem Kandidaten aufnimmt, führt dieser vielleicht noch andere Vorstellungsgespräche. Gehen dann nochmals mehrere Wochen ins Land, bis die Zusage eintrifft, hat er schon an anderer Stelle unterschrieben. Erstaunlich ist in diesem Zusammenhang auch, dass das Gehalt nicht mehr allein ausschlaggebend für die Entscheidung der Bewerber ist. Dass die Reaktionszeit das Gehalt schlägt, hätten sich manche Personaler bis vor wenigen Jahren sicher nicht vorstellen können.

Authentizität ist das Maß der Dinge

Nicht weniger wichtig ist vielversprechenden Bewerbern die Glaubwürdigkeit ihres potenziellen neuen Arbeitgebers. Diese beginnt nicht erst am ersten Arbeitstag, sondern deutlich früher. Personalchefs sollten deshalb schon bei der Stellenanzeige darauf achten, dass Stellenbeschreibung, Arbeitsumfeld und Co. stimmig dargestellt werden und zueinander passen. Präsentiert sich ein Betrieb in der Anzeige als innovativ,  jung und modern, um dann mit analogen Bewerbungsprozessen aufzuwarten, passt das kaum zusammen. Pfiffige Kandidaten auf der Suche nach einem spannenden Job finden das schnell heraus – und entscheiden sich für einen anderen Arbeitgeber.

Bewerberin sitzt zum Interview am Tisch

Flexibilität heißt das Gebot der Stunde

Regelmäßiges Homeoffice, mobiles Arbeiten, Work-Life-Balance – vor einigen Jahren traute sich kein Bewerber, im Vorstellungsgespräch danach zu fragen. Heute ist das anders. Mancher Personaler wundert sich, wenn diese Themen beim ersten Kennenlernen nicht angesprochen werden, denn für junge Leute spielt die Flexibilität heute eine viel größere Rolle als früher. Mit Perspektiven lockt man dagegen kaum noch jemanden, bedeuten sie doch nicht selten längere Arbeitszeiten und weniger Freiraum.

Fasst man die Vorstellungen von Berufseinsteigern und erfahrenen Fachkräften heute zusammen, kommt man zu dem Schluss, dass bei vielen Unternehmen enormer Nachholbedarf in Sachen Rekrutierung besteht. Doch erst in Kombination mit dem Aufbau einer starken Arbeitgebermarke lässt sich wirksam etwas gegen den gefürchteten Personalmangel in Zeiten des Fachkräftemangels tun.

Quellen:

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