Ratgeber Work Life Balance

Gelassenheit kann erlernt werden:
Entspannungstechniken helfen

Das Telefon klingelt, E-Mails tropfen ähnlich einem undichten Wasserhahn im Minutentakt ins Postfach und die Präsentation für den Chef will auch noch überarbeitet werden. Nach dem Büro wollen die Kinder vom Sport abgeholt werden, es soll für das Abendessen gesorgt sein, der Haushalt, die Wäsche… und auch die Partnerschaft benötigt Zeit. Viele Menschen kümmern sich außerdem um ihre alten, nicht selten kranken Eltern oder erleiden unvorhergesehene Schicksalsschläge. Dass sich Berufstätige zwischen Familie und Beruf hin und her gerissen fühlen, ist nicht neu. Die Anforderungen jedoch haben sich in unserer Multimediawelt für viele Menschen in den letzten Jahren verändert. Reizüberflutung kann zu einer ernsthaften gesundheitlichen Herausforderung werden, wenn es nicht gelingt, ihr verantwortungsbewusst und gelassen zu begegnen.

Multimedia lebt von der menschlichen Neugier

Auf dem privaten Handy checken wir nebenbei die E-Mails, wir schauen nach News in WhatsApp und Facebook, beantworten die Sport-, Freundes- und Verwandtengruppen auf   und zwischendurch noch schnell das private Mailaccount, wo mir nebenbei noch spannende News aus Politik und Wirtschaft begegnen. Kaum legen wir unser privates Mobiltelefon zur Seite, zeigt eine Nachricht auf dem Firmenhandy, dass wir uns für den nächsten Termin vorbereiten müssen und kurz vor Feierabend noch ein Meeting über Skype oder Video­konfe­renz mit dem Kunden in USA. So sieht ein Arbeitstag vieler Menschen heute in den Büro­etagen aus. Doch permanente Erreichbarkeit und lückenlose Reizüberflutung können krank machen, wenn es nicht gelingt, Entspannungs­phasen einzulegen.

Entspannung ist eine individuelle Angelegenheit

Es gibt erprobte Wege, im Alltag schnell und gezielt Abstand vom Kommunikationsstress zu gewinnen – es gibt jedoch nicht den einen Weg für jeden. Wer sich Gegenpole zum Auftanken schafft, bleibt auch in längeren Belastungs­phasen widerstandsfähig und gesund und geht mit einem Lächeln durch den Tag. Das macht das Leben für sich selbst und die Umwelt leichter.

Die einen bauen Stress ab, wenn sie regelmäßig joggen oder Rad fahren und sich beim Sport auspowern, dabei Herz- und Kreislauf anregen, die anderen bevorzugen Yoga- oder Pilates und haben den Focus auf Konzentration, Atmung und gute Beweglichkeit durch Dehnung und Muskelaufbau. Für andere ist die morgendliche Meditation der Weg zu Entspannung. Im Idealfall findet man durch einfaches Ausprobieren für sich die ideale Methode heraus.

Für die einen ist der Spaziergang an der frischen Luft während der Mittagspause das probate Mittel um aufzutanken, für den anderen ist es der ‚Schlüsselschlaf‘ oder ‚Managerschlaf‘. Auch das Autogene Training und die Progressive Muskelentspannung können eine gute Wahl für kurze Entspannungsphasen zwischendurch sein. Mit Anleitung individuell oder in einer Gruppe lassen sich diese Entspannungstechniken leicht erlernen.  Wer sie beherrscht und ‚auf Knopfdruck‘ abschalten kann, kann auch in turbulenten Zeiten schnell zur Ruhe kommen und so frische Energie tanken.

Neben diesen Klassikern gewinnen neue Techniken wie das MBSR-Achtsamkeitstraining (Mindfulness-Based Stress Reduction) oder das in Japan als Medizin geltende Waldbaden heute zunehmend auch in Europa an Bedeutung. Während es bei der in den USA entwickelten achtsamkeitsorientierten Stressminderung darum geht, die Aufmerksamkeit gezielt auf die Bewältigung von Stress zu lenken und Achtsamkeit sich selbst und der Umwelt gegenüber zu erlernen, taucht man beim Waldbaden mit allen Sinnen in die tiefgrüne natürliche Umgebung des Waldes ein. Diese Entspannungstechnik kann man in stressigen Zeiten in den Morgen- oder Abendstunden im heimischen Wald oder im Park genauso ausüben, wie während einer Geschäftsreise und immer dann, wenn es schwerfällt, den Alltag gestärkt und gelassen zu meistern.

Eine weitere Möglichkeit hin zu einer entspannteren Lebensweise ist das Resilienztraining. Es gilt in der Psychologie als vorbeugende Maßnahme eines sich ankündigenden Burn Outs. Resilienz bezeichnete ursprünglich die Fähigkeit, Extremsituationen durchzustehen, ohne Schaden an der Seele zu nehmen. Für Rafael Kalisch ist Resilienz eine Frage des Bewertungsstils und bedeutet so viel wie psychische Widerstandsfähigkeit, der eine innere Stärke zu Grunde liegt. Als resilient gilt, wer trotz hoher Anforderungen und komplexer Arbeitsbedingungen kraftvoll und gelassen bleibt. Oder anders: psychische Widerstandsfähigkeit ist die Fähigkeit, Krisen zu bewältigen und sie durch Rückgriff auf persönliche und sozial vermittelte Ressourcen als Anlass für Entwicklungen zu nutzen.

Entspannungstechniken wollen gelernt sein

Nahezu allen Entspannungstechniken ist gemein, dass sie ein gewisses Maß an Übung benötigen, wenn sie jederzeit anwendbar und wirksam sein sollen. Kurse für Yoga, Pilates oder Meditation werden in fast allen örtlichen Fitness- und Yogastudios angeboten. Während es für Seminare und Workshops rund um das MBSR-Achtsamkeitstraining oder das Waldbaden zahlreiche Angebote in den größeren Städten gibt, sind Trainings für eine bessere Resilienz noch weniger verbreitet und werden häufig in therapeutischen Zusammenhängen empfohlen.

Quellen:

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